30. April 2006

Anfang des Jahres bis heute

Beschreibung des Bootes
Sogenanntes "Fantail Launch"
Gesamtlänge: 23' 3" (7,028 m)
Breite: 6' 3" (1,900 m)
Tiefgang: 0,460 m bei einer
Verdrängung von 1,3 Tonnen

Das Boot wurde 1982 von Pat Spurlock (Elliott Bay Co. in Portland, Oregon) als eine Mischung aus 5 ausgesuchten Booten der Viktorianischen Zeit entworfen und konstruiert. Es ist in der Fachliteratur ausführlich beschrieben worden. Gebaut wird es in Sandwich-Verfahren (GFK mit Balsakern). Das Deck (auch ein Sandwichteil) ist bereits mit dem Rumpf verklebt, das Maschinenfundament und die Verstärkungen für den Fußboden sind bereits einlaminiert. Der Rumpf ist ebenfalls für die Aufnahme des Stevenrohres und der Ruderanlage vorbereitet.

Abholung

Die Elliott Bay Co., bei der ich das Boot Anfang Februar bestellte, hat eine Vertretung in Holland - die Firma ELOship in Groningen. Zwei Stück waren auf Lager und sofort abholbereit. Nur das Wetter spielte nicht mit und ließ mich mehrere Wochen warten.



Die Boote werden aus dem Container heraus geholt

Ich bestellte die in Groningen verfügbaren Ausrüstungsteile gleich mit: die 20" x 30" Schraube (wheel), das Stenvenrohr mit Lager, das Ruder mit Lagerung, und den Skeg.


Nachdem das Wetter langsam besser wurde, vereinbarte ich mit Herrn Bäcker von ELOship einen Abholtermin für den 10. März. Und gerade am diesem Tag schneite es im Norden sehr heftig. An Hamburg vorbei zu fahren kostete mich geschlagene 3 Stunden. Während der Rückfahrt gab es sogar Eisregen, was mich zur Übernachtung in der Nähe von Emden zwang.




Nach der Übernachtung in Remels



Die Fahrt von Remels nach Kiel verlief reibungslos. Zu Hause angekommen musste das Boot ein paar Wochen unter der Plane warten. Erst Anfang April konnte ich den Trailer über den Rasen ziehen und zur "Böhnhusener Steam Boat Yard" - eine überdachte Pergola - bringen.




Unterwegs auf dem Grundstück, wo ist die Werft...?




Das neue Zuhause des Bootes für die nächsten Monate



Etwas e
ng, aber die Werkstatt ist gleich die Treppe runter im Keller


Während der gesamten Ausbauphase bleibt
das Boot auf dem Trailer. Um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, sowie um das Boot auch seitlich schieben zu können, habe ich die Trailerachse abmontiert und 4 Lenkrollen unter dem Rahmen befestigt.

Bestandsaufnahme
Ich bin kein Fan von "Plastik-Badewannen", ich mag lieber Holzboote. Für dieses Projekt war allerdings ein wichtiges Argument entscheidend: Dampfboote werden häufig über hunderte von Kilometern getrailert, wobei sie - da sie mit schweren Kesseln und Maschinen ausgerüstet sind - außerordentlich belastet werden. Ein traditionelles Holzboot - unabhängig von seiner Bauart - macht es nicht lange mit, seine Struktur wird immer weicher. Hiervon nicht betroffen sind solche Bauarten wie formverleimt und Leisten/GFK. Mir fällt auf, dass die französischen Kollegen eine Vorliebe für traditionelle, meist geklinkerte, Spiegelheck-Boote haben.

Ein anderes Argument für eine GFK-Schale ist die erforderliche Bauzeit, die erheblich reduziert wird. Die Ausbauschale von Elliott Bay Co. kann sogar - so wie sie geliefert wird - sofort eingesetz werden.



Die Ausrüstungsteile



Blick nach vorn: Maschinenfundament und Bodenwrangen



Blick nach hinten: Ruderlagerung und Stevenrohraufnahme



Und natürlich die schöne Schraube (wheel...)



Achterdeck



Vorderdeck


Geplante Arbeiten
Alle sichtbaren GFK-Flächen sollen mit Holz verkleidet werden, wie es bei den anderen Elliot-Bay-Booten des DDV durchgeführt wurde. Sinnvoller wäre es, mit dem Fußboden anzufangen, bin aber nicht vernunftig und möchte gern mit der Verkleidung des Decks anfangen...

Für die Leibhölzer des Decks und für die Scheuerleisten werde ich Mahagoni nehmen, da ich noch Reste vom Kanubau habe. Die Decksleisten in 50 mm Breite kann ich aus Teak-Bohlen zurecht sägen und hobeln. Ich habe eine Holzhandlung in Mölln gefunden (Sommerfeld und Thiele), die dieses Holz zu vertretbaren Preisen verkauft (ca. 4000 EUR pro Kubikmeter). Vorfegertigte Decksleisten sind unbezahlbar (umgerechnet 25.000 EUR pro Kubikmeter!).

Ich habe wertvolle Ratschläge von Kollegen bekommen, besonders bezüglich der zu verwendenden Klebstoffe (Sikaflex) und Schrauben. Danke an Migges (DB "Lagavulin") und an Helmut Strothjohann (DB "Vaporosa").















Layout des Decks


So stelle ich mir das Deck vor. Ganz schön puzzelig, könnte jedoch gut aussehen, und das Bauen wird mit Sicherheit Spaß machen. Wegen der Krümung des Decks müssen die Mitschiffsteile des Leibholzs am Süllrand und Achterdeck mit Dampf vorgebogen werden.

Meine Kellerwerkstatt ist für solche Arbeiten ganz passabel ausgerüstet, mit Leistungsfähigen, gebraucht gekauften Maschinen von Elektra Beckum (große Bandsäge, Abricht- und Dickenhobelmaschine, Fräse mit Vorschubeinheit), sowie einer elektrisch-betriebenen Dampfkiste vom Kanubau.

Das wäre es, ab jetzt berichte ich Monat für Monat über den Fortschritt der Arbeiten.